OEM&Lieferant Ausgabe 1/2018

18 Das Auto erkennt den Fahrer, die Tür öff- net sich ohne menschliches Zutun, die Sei- tenwangen des Vordersitzes senken sich für ein leichteres Einsteigen ab. So präsentierte der Zulieferer Brose auf der Internationalen Automobilausstellung 2017 in Frankfurt am Main das intelligente Zusammenspiel seiner Tür- und Sitzfunktionen. Das zentrale Element dieses neuen Zugangserlebnisses ist ein elek- trischer Antrieb, der Seitentüren selbsttätig öffnet und schließt. Spätestens im Zeitalter des autonomen Fahrens wird diese Funkti- on alltäglich sein, und schon heute kann sie beim Car-Sharing nützliche Dienste erweisen: Schließt der Nutzer beim Aussteigen die Tür nicht richtig, muss das Fahrzeug dies vor der Weiterfahrt oder nach dem Abstellen selbst übernehmen. Zunächst bedient der Antrieb jedoch den zunehmenden Wunsch nach mehr Komfort beim Ein- und Ausstieg – und bietet Automobilherstellern die Möglichkeit, sich mit dieser Funktion von ihren Wettbewerbern ab- zuheben. Offen für mehr Komfort Von Rainer Weichel, Leiter Produktbereich Türantriebe, und Thomas Schindler, Leiter Elektronik, Brose Gruppe Wenn Fahrzeuge in Zukunft autonom über die Straßen rollen, werden selbsttätig öffnende und schließende Türen eine Selbstverständlichkeit sein. Doch schon in den nächsten Jahren soll diese Funktion in immer mehr Autos den Fahrzeug- zugang so komfortabel wie nie zuvor machen. Der Mechatronik-Spezialist Brose bietet hierfür ein komplettes System an: von A wie Antrieb bis Z wie Zuziehhilfe. Innovationen Bilder: © Brose Das Türantriebssystem von Brose umfasst den (1) Antrieb, die (2) Einklemm- und (3) Kollisionsschutzsensorik, das (4) Steuergerät sowie das (5) elektrisch öffnende Seitentürschloss mit (6) Zuziehhilfe. Deutlicher Komfortgewinn Das Konzept eines Seitentürantriebs hat Brose 2015 erstmals vorgestellt. Der Zulieferer konnte dabei auf seine Expertise als Weltmarktführer bei Sys- temen für das selbsttätige Öffnen und Schließen von Heckklap- pen zurückgreifen. Die Innovation wurde kon- sequent zur Serienreife weiterentwickelt: Der ers- te Produktionsanlauf startet im Jahr 2019, bis 2025 sind mehrere Einsätze in Fahrzeugen der Ober- und Mittelklasse bestä- tigt. Mittels Fernbedienung, Smartphone oder durch Gesten gesteuert, bewegt der Antrieb die schwenkbare Autotür auch in Hang- und Schräglagen mit bis zu 15 Grad Neigung. Die klassische Bedienung von Hand ist weiter- hin möglich – und wird ebenfalls komfortab- ler: Registriert die Elektronik eine manuelle Der kompakte Seiten- türantrieb von Brose lässt sich flexibel an unterschiedliche Kun- den- und Fahrzeugan- forderungen anpassen. Die Serienproduktion startet 2019. Betätigung, kuppelt sich der Antrieb aus und gibt die Bewegung frei. Stoppt diese, hält der integrierte stromlose Feststeller die Tür sicher in jeder beliebigen Position. Flexibilität spart Kosten Das Besondere am Brose Konzept: Dank ei- nes Baukastensystems und seiner kompakten Form lässt sich der Seitentürantrieb flexibel an unterschiedliche Kunden- oder Fahrzeugan- forderungen anpassen. Das senkt die Entwick- lungszeit, gleichzeitig hält die Verwendung von Standardbauteilen die Kosten gering. Weil das Brose Produkt vorhandene Türschnittstellen nutzt, kann es ohne Anpassungen an der Fahr- zeugkarosserie als Sonderausstattung angebo- ten werden. Der Antrieb wirkt direkt am Fang- band. Falls der benötigte Bauraum dort nicht vorhanden ist, erlaubt die optionale Anbindung über Bowdenzüge eine flexible Positionierung der Einheit in der Tür. Brose hat seine Kompetenz in der Verbindung von Mechanik, Elektrik und Elektronik um Sen- sorik erweitert und bietet seinen Türantrieb als komplettes System aus einer Hand an: Dazu gehören ein elektrisch öffnendes Schloss mit Zuziehhilfe sowie das Türsteuergerät. Kapazi- tive Sensorleisten auf Scharnier- wie Schloss- seite erhöhen als berührungsloser Einklemm- schutz die Sicherheit und können zudem als Schalter verwendet werden. Diese Technolo- gie hat sich im Einsatz bei Brose Heckklappen- systemen seit Jahren bewährt.

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