OEM & Lieferant: Ausgabe 1/2014 - page 6

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Deutsche Automobilzulieferer weiterhin auf Erfolgskurs:
Die Rahmenbedingungen
müssen stimmen
Gastbeitrag von VDA-Präsident Matthias Wissmann
Innerhalb der weltweit erfolgreichen deutschen Automobilindustrie spielen die Zulieferer eine
wesentliche Rolle: Sie sind hochinnovativ, tragen 75 Prozent zur Wertschöpfung bei und werden
ihre Rolle national und international in den nächsten Jahren weiter festigen. Im Rekordjahr 2013
setzten die deutschen Zulieferer 70,1 Milliarden Euro um, davon mehr als ein Drittel im Ausland.
Auch die Zahl der Beschäftigten (September 2013: 293 000) konnte im abgelaufenen Jahr stabil
gehalten werden.
Zu dem Erfolg am Standort Deutschland
– gegenüber der Jahrtausendwende konn-
ten die Unternehmen ihren Umsatz um
mehr als 50 Prozent steigern – kommt das
immer stärkere Engagement direkt im
Ausland: Bereits jetzt sind die deutschen
Zulieferer mit mehr als 1.600 Standorten
in 65 Ländern präsent. Innerhalb der ver-
gangenen Jahre hat sich dabei China als
größter Investitionsstandort entwickelt.
Und die mittelständischen Unternehmen
ziehen verstärkt nach.
Insgesamt haben sich die Marktge-
wichte zugunsten der BRIC-Staaten
verschoben – aktuell auch in Richtung
USA. Entsprechend den Investitionen
der Fahrzeughersteller ziehen die
Zulieferer mit; sie folgen damit den
Wünschen ihrer Kunden und wollen
zudem selbst den Märkten folgen. An
den neuen Standorten ergeben sich
auch Geschäf t smöglichkeiten mit
neuen Kunden. Exper ten schätzen,
dass sich die Zuliefer-Wertschöpfung
weltweit in den kommenden Jahren
weiter erhöhen wird – Oliver Wyman
spricht von einem Zuwachs von 50 Pro-
zent auf etwa 1.250 Milliarden Euro bis
2025. Entsprechend liegen die aktuel-
len Investitionsschwerpunkte auf den
potenziellen Wachstumsmärkten. Das
zeigt eine Umfrage, die der VDA im
Frühjahr 2013 bei seinen Mitgliedsun-
ternehmen der Zulieferindustrie durch-
geführt hat. Die Ergebnisse lassen auch
darauf schließen, dass deutsche Stand-
orte von den Investitionen profitieren
werden.
Um ihre Wettbewerbskraft zu erhalten,
haben die Zulieferer selbst in den Jah-
ren der europäischen Krise gewaltige
Anstrengungen unternommen, umWachs-
tum, Innovation, Modernisierung und
Kostenreduzierung zu gewährleisten.
Dabei standen und stehen sie unter
erheblichem Druck seitens ihrer Kunden.
Die Industrie muss verstärkt daran arbei-
ten, das erfolgreiche Modell der part-
nerschaftlichen Zusammenarbeit zu er-
halten.
Die Unternehmen, Zulieferer wie Her-
steller, wollen ihre Erfolgsgeschichte
fortführen. Dabei sind sie auf stabile
Rahmenbedingungen angewiesen. Ihre
Wettbewerbsfähigkeit darf nicht gefähr-
det werden. Dies betrifft vor allem die
Flexibilität der Arbeitsmärkte, die Lohn-
kostenentwicklung, die Stabilität und das
Niveau der Besteuerung und die Begren-
zung der Energiekosten. Gerade Letztere
belasten zunehmend viele Unternehmen.
Die hiesigen Standorte zu sichern, ist eine
zentrale Aufgabe der neuen Bundesregie-
rung.
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Gastbeitrag
Zieleinfahrt des Schaeffler eWheelDrive bei der Silvretta E-Auto Rallye 2013 im österreichischen
Montafon.
Bild: © Schaeffler
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