OEM & Lieferant: Ausgabe 1/2014 - page 3

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Das Automobiljahr 2013 war – global betrachtet –
durchaus erfreulich: Der Pkw-Weltmarkt legte um
5 Prozent auf 72,2 Mio. Einheiten zu. Getragen wird
das Wachstum von den beiden großen Märkten USA
und China: Der US-Markt stieg 2013 um 7 Prozent
auf knapp 15,5 Mio. Light Vehicles. Das Wachstum
in China war mit 21 Prozent sogar dreimal so hoch.
Die deutschen Hersteller können in China das dortige
hohe Wachstumstempo mitgehen – sie haben einen
Marktanteil von über 20 Prozent. Westeuropa hinge-
gen befindet sich nach schwierigen Jahren auf dem
Weg der langsamen Erholung.
Der deutsche Pkw-Markt hat sich 2013 erwartungsge-
mäß verhalten entwickelt. Im Gesamtjahr lagen wir mit
2,95 Mio. Neuzulassungen noch unter dem Volumen
des Vorjahres (-4 Prozent). Erfreulich ist, dass sich der
Inlandsauftragseingang der deutschen Hersteller im
zweiten Halbjahr ebenfalls aufgehellt hat. Auch hier
sehen wir eine deutliche Stabilisierung.
Trotz des schwierigen westeuropäischen Marktes leg-
ten Export und Inlandsproduktion im Gesamtjahr 2013
leicht zu. Die Pkw-Fertigung an den deutschen Stand-
orten erreichte 5,45 Mio. Einheiten (+1 Prozent), der
Export wuchs mit 4,2 Mio. Neuwagen um 2 Prozent.
Der starke Export – mehr als drei von vier Autos, die
hier gebaut werden, gehen in internationale Märkte
– sorgte für eine gestiegene Beschäftigung am Stand-
ort Deutschland: Die Stammbelegschaften umfassten
760.000 Mitarbeiter, das entspricht einem Plus von
über 10.000 Arbeitsplätzen. Die Auslandsfertigung
ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Für das
Gesamtjahr 2013 ergab sich ein Produktionsvolumen
an unseren internationalen Standorten von 8,7 Mio.
Einheiten (+6 Prozent).
Für 2014 erwarten wir insgesamt einen Weltmarkt,
der auf 74,7 Mio. Pkw (+3 Prozent) steigen wird. West-
europa kommt nach vier Jahren erstmals wieder ins
Plus. Wir erwarten 11,6 Mio. Einheiten (+2 Prozent).
Das ist noch kein kraftvoller Aufschwung, eher eine
Seitwärtsbewegung. Wenn wir die Struktur des Welt-
marktes 2009 und 2014 vergleichen, wird die Verände-
rung besonders deutlich: China wird von 8,4 Mio. auf
17,1 Mio. Pkw zulegen, die USA von 10,4 auf 15,9 Mio.
Light Vehicles, während der westeuropäische Markt
von 13,7 Mio. auf 11,6 Mio. Pkw zurückgeht. In Markt-
anteilen heißt das: Chinas Anteil am Pkw-Weltmarkt
steigt in diesen fünf Jahren von 15 auf 23 Prozent, die
USA legen von 19 auf gut 21 Prozent zu. Westeuropa
hingegen geht von 25 auf knapp 16 Prozent zurück.
Allerdings wäre es verkehrt, die aktuelle Schwäche
Westeuropas als „Normalzustand“ für die nächsten
Jahre anzusehen. Wir haben dies 2009, als die USA
im „Krisen-Modus“ waren, auch nicht getan – und
sind bestätigt worden. Für Westeuropa erwarten wir
in den kommenden Jahren ebenfalls einen Hochlauf,
allerdings mit geringerer Dynamik. Die Erholung wird
ihre Zeit brauchen.
Wir gehen nach einem insgesamt ordentlichen Auto-
jahr 2013 durchaus mit Zuversicht ins neue Jahr. 2014
bietet Chancen. Die Einschätzung der Märkte steht
natürlich unter der Voraussetzung, dass die Finanz-
stabilität Europas weiter zunimmt und die politischen
Rahmenbedingungen am Standort Deutschland auf
mehr Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet werden.
Grußwort von
Matthias Wissmann,
Präsident des Verbandes der
Automobilindustrie (VDA)
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