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Im Automobiljahr 2015 sind die großen Märkte weiter-

hin auf Wachstumskurs, auch wenn die Dynamik auf

dem Weltmarkt insgesamt etwas nachlässt. Der US-

Markt (Light Vehicles) wird um rund 2 Prozent auf 16,7

Mio. Einheiten zulegen. Für China erwarten wir ein Plus

von 6 Prozent auf knapp 19,5 Mio. Neuwagen. West-

europa wächst im Gesamtjahr um 4 Prozent auf knapp

12,6 Mio. Autos. Da andererseits der Mercosur-Raum

und Russland in diesem Jahr erneut imMinus-Bereich

sind – auch Japan ist schwach –, wird der Pkw-Welt-

markt 2015 nur leicht um knapp 1 Prozent auf 76,6 Mio.

Einheiten steigen. Am langfristigen Trend ändert sich

dadurch nichts: Der Weltautomobilmarkt wird weiter

wachsen – bis zum Jahr 2020 auf knapp 89 Mio. Autos.

Der deutsche Pkw-Markt hält Kurs: Im ersten Halbjahr

stiegen die Neuzulassungen um 5 Prozent auf 1,62

Mio. Einheiten. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein

Volumen von 3,1 Mio. Neuzulassungen. Die Beschäfti-

gungslage ist gut. Die Zahl der Beschäftigten im Inland

liegt mit 785.100 Mitarbeitern höher als vor einem Jahr.

Für das Gesamtjahr erwarten wir auch hier eine stabile

Entwicklung.

Die deutsche Automobilindustrie ist hoch innovativ

und sie ist global aufgestellt. Wir müssen uns aller-

dings darauf einrichten, dass der Gegenwind zunimmt.

Umso wichtiger ist es, nachhaltig die Investitionstä-

tigkeit in Deutschland zu stärken und am heimischen

Standort rasch Maßnahmen zu ergreifen, um seine

internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stei-

gern und nicht an Vorsprung zu verlieren. Denn diese

Wettbewerbsfähigkeit deutscher Standorte ist weder

ein Naturgesetz noch ein künftiger Selbstläufer. Sie

muss vielmehr jeden Tag neu erarbeitet werden.

Drei von vier Autos, die unsere Hersteller hier in

Deutschland produzieren, gehen ins Ausland. Das

heißt aber auch: Drei von vier Jobs in der deutschen

Automobilindustrie hängen am Export. Wir sind damit

– mehr als unsere Nachbarn – auf offene Märkte ange-

wiesen. Darum brauchen wir Freihandelsabkommen,

darum brauchen wir TTIP. Wir müssen diese geopoli-

tische Chance nutzen und ergreifen.

Die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse, die 66. IAA

Pkw, startet im September in Frankfurt am Main. Die

Elektromobilität ist längst fester Bestandteil der IAA,

die Zahl der Modelle nimmt stetig zu. Auf dieser IAA

wird auch das vernetzte und automatisierte Fahren

einen besonderen Platz einnehmen. Denn diese

Technologien machen das Autofahren noch sicherer,

die Unfallzahlen werden deutlich zurückgehen. In

den kommenden drei bis vier Jahren investieren die

deutschen Hersteller und Zulieferer 16 bis 18 Mrd.

Euro in Forschung und Entwicklung zum vernetzten

und automatisierten Fahren. Auf der IAA wird es dazu

einen neuen, eigenen Ausstellungsbereich geben – die

New Mobility World. Wir freuen uns darauf, Sie auf der

66. IAA zu begrüßen.

Editorial

von Matthias Wissmann,

Präsident des Verbandes

der Automobilindustrie

IAA www.iaa.de