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Digitalisierung und Mobilität

wachsen zusammen

Von Dr. Ulrich Eichhorn, VDA-Geschäftsführer

Autos fahren leise und abgasfrei durch die Stadt; alle fahren mit der richtigen Geschwindigkeit auf der

für alle besten Route. Ein Stau kann so gar nicht erst entstehen. Kein Fahrzeug kann eine rote Ampel

missachten oder versehentlich auf die falsche Spur geraten. Fahrtzeiten sind auch über lange Strecken

planbar, der Parkplatzsuchverkehr gehört der Vergangenheit an.

Dieses Szenario erscheint heute unvor-

stellbar, hat aber für morgen konkrete

Realisierungschancen. Der Weg dorthin

wird sich allerdings evolutionär und nicht

revolutionär entwickeln. Unterschiedliche

Fahrerassistenzsysteme sind schon im

Einsatz. An weiteren Systemen für neue

Lösungen arbeitet die deutsche Auto-

mobilindustrie bereits. Diese Systeme

werden den Fahrer zunehmend entlasten

und sich stufenweise entwickeln – über teil-

und hochautomatisiertes Fahren bis hin

zum vollautomatisierten Fahren. Es geht

dabei nicht um elektronischen Schnick-

schnack, den sich nur Autoliebhaber und

Technikfreaks leisten. Es geht um die

Gestaltung politischer, wirtschaftlicher

und gesellschaftlicher Herausforderun-

gen, den Alltagsverkehr der Zukunft sicher

und effizient zu gestalten.

Das britische Forschungsinstitut Centre

for Economics and Business Research

(CEBR) hat ausgerechnet, dass heute

jeder deutsche Autofahrer im Schnitt

118 Stunden pro Jahr im Stau steht oder

mit dem Umfahren von Staus beschäftigt

ist. Durch das vernetzte Fahren könnten

20 Prozent der Staus in Deutschland ver-

mieden werden. Daraus ergäben sich

jährliche Einsparungen von 233 Mio. Liter

Kraftstoff, 600.000 Tonnen CO

2

und 5,2

Mrd. Euro Gesamtkosten. Neben der Ein-

sparung von Zeit, Ressourcen und Kosten

erhöhen Vernetzung und Automatisie-

rung auch die Sicherheit für alle Verkehrs-

teilnehmer. Schon einzelne Funktionen

wie Längs- oder Querführung des Autos

– zum Beispiel beim Staupiloten oder

Autobahnchauffeur – werden die häufig

vom Fahrer verursachten Gefahren stark

Bilder: © Audi

Bild: © VDA