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oder getestet werden. Das verursacht

hohe Kosten. Wenn Handelsbarrieren

abgebaut werden, spart das Zeit und

Geld – auch das des Kunden. Automobil-

hersteller könnten schneller expandieren

und investieren. Das würde Arbeitsplätze

in Deutschland und Europa erhalten und

neu schaffen. Und der gesteigerte Wett-

bewerb brächte den Verbrauchern mehr

Innovation für moderne Technik und noch

bessere Autos.

Wir sind eine Exportnation. Deutschland

profitiert und lebt wie kaum ein ande-

res Land von der Globalisierung. Und

wer in der Globalisierung lebt, muss sie

auch aktiv mitgestalten. Wir nehmen die

Ängste der TTIP-Gegner ernst, aber wir

teilen sie nicht. Einige ihrer Fragen sind

berechtigt. Aber man sollte sich auch

nicht ins Bockshorn jagen lassen. Nicht

alles, was in der öffentlichen Debatte

derzeit Widerhall findet, hat Substanz.

Deswegen möchten wir heute einen

Kontrapunkt zu den vielen Negativstim-

men setzen und Ihnen die wichtigsten

Gründe vorstellen, warum sich der VDA

und seine Mitgliedsunternehmen für ein

umfassendes, ehrgeiziges Freihandels-

und Investitionsabkommen mit den USA

einsetzen – kurz, warum wir gemeinsam

„Ja zu TTIP!“ sagen.

Dr. Dieter Zetsche, Daimler AG

TTIP ist für Daimler und die deutsche

Automobilindustrie von großer Bedeu-

tung. Gut 14 Prozent aller deutschen

Pkw-Exporte gingen 2014 in die Verei-

nigten Staaten. Wir sprechen von rund

620.000 Fahrzeugen. Damit sind die

USA – nach Großbritannien – das zweit-

wichtigste Exportland für die deutschen

Automobilhersteller. Gemessen am

Exportwert, liegen die USA mit mehr als

20 Mrd. Euro sogar auf Platz eins. Trotz-

dem haben wir noch immer mit erheb-

lichen Handelsschranken zu kämpfen.

Dazu gehören nicht nur hohe Zölle, son-

dern auch zahlreiche Vorschriften, die

uns den Absatz erschweren. Derzeit ver-

schwenden wir zum Beispiel Geld, weil

wir für die USA und für Europa jeweils

unterschiedliche Spiegel, Blinker oder

Rücklichter benötigen. Oder weil wir

unterschiedliche Sicherheitsvorschrif-

ten erfüllen müssen, zum Beispiel bei

Crashtests.

Beim Anspruch sind sich Europa und die

USA einig: Strengere Vorgaben gibt es

auf der ganzen Welt nicht. Nur im Detail

liegen sie auseinander. Und trotzdem

müssen wir doppelt entwickeln, dop-

pelt beschaffen und doppelt zertifizieren.

Deswegen macht es Sinn, dass wir unse-

re Vorschriften gegenseitig anerkennen

und zukünftig gemeinsam voranbringen.

TTIP bietet eine einmalige Chance, unse-

re Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks

besser zu integrieren. Durch die Markt-

öffnung können mehr kleine und mittel-

ständische Unternehmen ihre Produkte

auf den gemeinsamen Markt bringen.

Mehr Wettbewerb macht die Produk-

te attraktiver und besser. Menschen in

Europa und den USA werden ein größe-

res und vielfältigeres Warenangebot vor-

finden. Dies bringt Vorteile, von denen

auch die Verbraucher in Deutschland

profitieren. Und laut einer Studie der

EU hätte eine Familie bis zu 545 Euro im

Jahr mehr in der Tasche. Auch deshalb

ist TTIP längst überfällig. Auch deshalb

sagen Daimler und die deutsche Auto-

mobilindustrie „Ja zu TTIP!“.

Dr. Norbert Reithofer, BMW AG

Welche Funktion haben Zölle? Sie sollen

den Staatshaushalt finanziell an Import-

gütern beteiligen und vor allem die ein-

heimische Wirtschaft vor Wettbewerb

schützen. Autozölle gehörten bei fast

allen von der EU verhandelten Abkom-

men, z. B. mit Korea und Indien, zu den

prominentesten „Zankäpfeln“. Dabei

ging es immer um den Schutz vor Wett-

bewerbern und um die Konkurrenz der

Standorte. Bei TTIP ist das völlig anders.

Zwischen Europa und den USA existiert

nicht nur ein starker transatlantischer

Handel. Wir arbeiten darüber hinaus in

einem – weltweit einmalig – engen Pro-

duktionsverbund. Die deutschen Auto-

mobilhersteller exportieren nach Nord-

amerika; die amerikanischen Hersteller

nach Europa. Die deutschen Hersteller

produzieren aber auch in den USA. Eben-

so betreiben die US-amerikanischen

Automobilhersteller Produktionsstätten

in Europa – GM, Ford und Chrysler im

Verbund mit Fiat. Knapp 40 Prozent des

weltweiten Automobilmarktes finden in

der EU und den USA statt.

Hier wird schnell klar: Keine Seite muss

vor der anderen geschützt werden. Herr

Zetsche, ich brauche nicht vor Ihren

Autos „Made in USA“ geschützt zu wer-

den. Und wir beide brauchen nicht vor

Herrn Mattes und Frau Barra von GM

geschützt zu werden. Das ist weder zeit-

gemäß noch sinnvoll. In unserer Branche

bedeutet das: Zollsätze von 2,5 Prozent

bis zu 25 Prozent in den USA auf Fahr-

zeuge aus der EU – und umgekehrt ein

Importzoll für Autos von 10 Prozent in

der EU. Bei zwei Wirtschaftsregionen,

die sich industriell auf Augenhöhe

befinden und die zugleich immer stärker

integriert sind, wirken Zölle vor allem:

wachstumshemmend. So zahlt allein die

deutsche Automobilindustrie mehr als

eine Milliarde Euro im Jahr. Dieses Geld

könnten wir viel besser in neue Techno-

logien investieren. Wenn wir tarifäre und

nicht-tarifäre Hemmnisse – also Zölle

und unnötige bürokratisch-regulato-

rische Unterschiede – abbauen, dann

ergeben sich wirtschaftliche Chancen.

Einfach gesagt: TTIP eröffnet enorme

Wachstumspotenziale für Europa und

die USA. Gerade Europa braucht drin-

gend solche Impulse. Darum sagen wir

„Ja zu TTIP!“.

Prof. Rupert Stadler, Audi AG

Nicht nur die Zölle, sondern vor allem

die nicht-tarifären Hemmnisse sind

für uns von großer Bedeutung. In der

EU und in den USA gibt es oft unter-

schiedliche Vorschriften und Standards,

die aber im Ergebnis vergleichbar sind:

Reifen haften auf beiden Seiten des

Atlantiks gut. Lenkradhebel lassen sich

hier und dort einwandfrei bedienen.

Sicherheitsgurtsysteme schützen in der

EU und in Amerika den Autofahrer und

die Passagiere. Es ist aber bisher nicht

möglich, ein in Europa zugelassenes

Auto einfach auch in den USA zuzulas-

sen. Das passt nicht mehr in die Zeit –

Autofahren können die Menschen ja in

Europa ebenso wie in den Vereinigten

Staaten. Warum müssen dann die Autos

unterschiedlich sein?

Wir alle wissen: Einmal etablierte Vor-

schriften und Standards lassen sich nur

mühsam wieder ändern. Einfacher ist

das zum Glück in Bereichen, in denen

Standards ganz neu definiert werden.

Dementsprechend spielen künftige

Regulierungen und Standards bei den

TTIP-Verhandlungen eine große Rolle.

Entscheidend ist, dass sich die EU und

die USA mit TTIP darauf verständigen,

künftige Vorschriften im Automobilsektor

in gegenseitigem Einvernehmen zu ver-

abschieden und auch anzuwenden. Dem-

nach sollte langfristig bei allen Techno-

logien der Grundsatz gelten: „Approved

once, accepted everywhere!"

Die Verhandlungspartner von TTIP haben

ganz klare Vorgaben: Sie sollen den Rah-

men für die zukünftige Kooperation bei

den Vorschriften abstecken und diesen

in institutionelle Formen gießen. Klar

ist aber auch: Beide Vertragsparteien

von TTIP werden nach wie vor das letz-

te Wort haben, welche Vorschriften bei

den Fahrzeugen auf ihren Straßen gelten.

Was zählt, ist der Effizienzgewinn, wenn

wir unsere Vorschriften gegenseitig aner-

kennen. Deshalb sagen wir „Ja zu TTIP!“.

Arndt Kirchhoff,

Kirchhoff Holding GmbH & Co. KG

Wegen der hohen Kosten entscheiden

sich derzeit noch viele Mittelständler

gegen den Einstieg in neue Märkte. TTIP

hingegen würde den US-Markt gera-

de auch kleinen und mittelständischen

Firmen öffnen. Sie könnten sich den

bürokratischen Aufwand und die hohen

Verwaltungskosten sparen, die durch