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Mittelstand –

Innovation Follower?

Die Erfahrungen, welche sich in aktuellen

Studien niederschlagen, zeigen deutlich auf,

dass der Mittelstand im Bereich Industrie

4.0 noch Potential hat. So führen die aktuel-

len Studien zumThemenkomplex Innovation

und Industrie 4.0 zahlreicher anerkannter

Institutionen und Beratungsunternehmen,

wieMHP, CSC, PWC, Pierre Audoin/Freuden-

berg IT, Staufen, GfK Enigma, DIHK, Flyacts

und der Experton Group, allesamt zu ähn-

lichen Ergebnissen [1–5, 7–9]. Die Studien

kommen zwar zu den Ergebnissen, dass

vomMittelstand die Bedeutung der Thema-

tik Industrie 4.0 und der damit verbundenen

Digitalisierung der Produktion erkannt wird,

doch die Umsetzung erst im Anlauf begrif-

fen ist. Der Digitalisierungsgrad im Bereich

desMittelstandes ist derzeit noch zu gering,

um die Thematik vollständig umzusetzen,

bestätigt durch die Studien, Literatur, aber

auch durch eigene Projekterfahrungen des

Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen

(Industrial Engineering) der Hochschule

Albstadt-Sigmaringen [6]. Es wird deutlich,

dass sich der Mittelstand bei diesemThema

im Spannungsdreieck finanzielle Ressour-

cen, Organisation und Know-How bewegt.

Life long learning –

Brisanz nach wie vor

Aus den eigenen langjährigen Projekter-

fahrungen des Studiengangs Wirtschafts-

ingenieurwesens der Hochschule Albstadt-

Sigmaringen lassen sich die angeführten

Studien durchaus bestätigen. Fortwährend

wird in zahlreichen Projekten mit dem Mit-

telstand deutlich, dass das Bewusstsein

für die Problematik, bzw. die Brisanz des

Themas Industrie 4.0 und Digitalisierung,

durchaus in den Köpfen verhaftet ist. Den-

noch ist die Unsicherheit groß, wie und wo

anzufangen ist. So zeigen sich nicht nur Zeit

und Geld als limitierende Faktoren. Es fehlt

auch oft an Technologieerfahrung, bzw. an

genügend Personal auf entsprechenden

Ebenen, welche sich in diesem Hochtech-

nologiebereich sicher bewegen. Daraus

lässt sich ein deutlicher Bedarf an Bildung

und Weiterbildung imMittelstand ableiten.

Es wird die Bedeutung der praxisnahen Aus-

bildung in der Hochschullandschaft unter-

strichen. Dies kennzeichnet die Brisanz des

„life long learning“.

Fähigkeitslücken erkennen

und schließen

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwe-

sen der Hochschule Albstadt-Sigmaringen

engagiert sich hier stark als Enabler für den

Technologietransfer in den Mittelstand. Es

muss und soll Aufgabe sein, die Erkenntnis-

se der exzellenten Grundlagenforschung

im Bereich Industrie 4.0 zur Anwendung zu

bringen und den praxisnahen Technologie-

transfer zu leisten. Dies wird gestützt durch

zahlreiche Praxisprojekte mit dem Mittel-

stand und die Bereitstellung aktuellster

Möglichkeiten für Bildung undWeiterbildung.

So wird mit dem Technologiepartner FES-

TO Didactic Forschung und Weiterbildung

mit neuen Lernansätzen, wie Tec2Screen®

(http://bit.ly/1b78nDX), be

trieben. Hier fin-

den zahlreiche technische Neuerungen, wie

z.B. Mixed Reality, Anwendung, insbeson-

dere aber auch die Verbindung von theore-

tischemWissenmit praktischer Anwendung,

das sog. Connected Learning. Das Wissen

kann somit mit einem weiteren Baustein,

der MPS® Transfer Factory, einer sog. Smart

Factory verbundenwerden. Diesemodulare

Produktion im Kleinen bietet volle Flexibili-

tät in der praktischen Ausbildung

(http://bit. ly/1AhOG1N). Ein

erseits werden die Grund-

steine für ein praxisnahes Studium, auch

im Hinblick auf Industrie 4.0 gelegt. Ande-

rerseits bietet dies aber auch die Plattform

für denMittelstand, in Zusammenarbeit mit

der Hochschule die Weiterqualifikation zu

betreiben.

Ein weiterer Schlüssel zur Unterstützung

des Mittelstandes ist der Technologie-

transfer. Auch hier wird sich stark enga-

giert. So wird durch zahlreiche Projekte

mit den regionalen Mittelständlern an der

Industrie 4.0 – Bildungsnotstand

imMittelstand?

Von Lutz Sommer und Moritz Schmidt, Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Industrie 4.0 landauf landab, die Revolution der Neuzeit im Bereich der Produktion. So wird es eingängig

allerorten proklamiert. Doch was bedeutet dies insbesondere für den Mittelstand, eine der Hauptsäulen

der deutschen Wirtschaft? Ganz im Fokus stehen der technische Fortschritt und die Digitalisierung. Doch

trotz aller Technik wird nachwie vor der Mensch als wichtige Komponente der Industrielandschaft gesehen.

Hier stellen sich also enorme Herausforderungen auch an den Mittelstand.

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 Unternehmen & Trends

Bilder:©HochschuleAlbstadt-Sigmaringen