Seite 28 - CeBIT_2012

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 UNTERNEHMEN & TRENDS
Sperren sind nur eine Möglichkeit, um
Mitarbeiter davon abzuhalten, während
der Arbeitszeit private Dinge im Internet
zu erledigen. Sie bieten einige Vorteile:
Beispielsweise zeigen sie den Mitarbei-
tern sehr direkt, dass die gesperrten
Dienste während der Arbeitszeit nicht
erwünscht sind. Es gibt aber auch Nach-
teile von Sperren: So könnten sich einige
Mitarbeiter herausgefordert fühlen, die
Administratoren zu überlisten und trotz-
dem die Dienste ihrer Wahl zu nutzen.
Der größte Nachteil entsteht aber, wenn
Internet-Sperren einfach so aufgebaut
werden, ohne den Nutzer ins Boot zu
holen.
Allerdings kann es kein Unternehmen
dulden, dass seine Mitarbeiter den gan-
zen Tag in Filesharing-Netzen unter-
wegs sind, in Facebook chatten und sich
alle zehn Minuten in Online-Games du-
ellieren. Doch es gibt Alternativen oder
zumindest Ergänzungen zu Internet-
Sperren. Die Dienste gehören klar in den
Bereich der Sicherheitsstrategie. Denn
ohne sicherheitsbewusstes Personal ist
jede Security-Strategie zum Scheitern
verurteilt. Dabei ist es ganz einfach, sei-
ne Mitarbeiter mit ein paar Tricks in die
Security-Strategie einzubinden.
Schulungen anbieten
Wenn es eine neue Office-Version gibt,
steht eine Schulung für die Mitarbeiter
wie selbstverständlich auf dem Plan.
Warum also nicht auch bei neuen Sicher-
heitsbedrohungen? Doch Vorsicht, dazu
gehört nicht jede neue Malware im Detail.
Als Verantwortlicher für Sicherheits-
schulungen müssen Sie das Thema
mit vielen Praxis-Beispielen und Tipps
unterfüttern, etwa wie man seine Pass-
wörter sicher im Griff hält oder welche
Risiken soziale Netzwerke haben.
Kommunikation schützen
Sicherheits-Software schützt heute sehr
zuverlässig vor Malware. Aber das ist
kein Freifahrtschein, alle Sicherheitsbe-
denken fallen zu lassen. Klären Sie Ihre
Mitarbeiter über sichere Kommunikation
auf und geben Sie ihnen ein paar Tipps
mit. Dazu gehört etwa der sichere Um-
gang mit Mails. Klären Sie Ihre Mitarbei-
ter auf, wie viele Spam-Mails die Filter
jeden Tag abhalten. Zeigen Sie Alter-
nativen auf, etwa den Dateitausch via
Secure FTP oder über Projektmanage-
ment-Software.
Sicher im Messenger
Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass es
auch Messenger-Spam gibt und dass
viele Phishing-Attacken auch über Mes-
senger-Netzwerke laufen. Würmer, etwa
aus der Zeroll-Familie, verbreiten sich
sofort über die komplette Kontaktliste
eines Nutzers. Neu ist, dass nicht nur ein
Messenger-Netzwerk betroffen ist, son-
dern Zeroll mehrere Protokolle spricht.
Köder sind hier Links zu "interessanten"
Bildern, die in Wahrheit zu einer infizier-
ten Datei führen. Diese Datei ist nicht nur
für die Verbreitung zuständig, sondern
öffnet auf dem befallenen PC auch eine
Hintertür.
Soziale Netzwerke
sicher nutzen
Auch wenn Facebook & Co. in der Firma
nicht erlaubt sind, Business-Netzwerke
wie Xing sind geschäftsrelevant und aus
vielen Unternehmen nicht mehr wegzu-
denken. Los geht es schon mit dem rich-
tigen Umgang mit den Zugangspass-
wörtern. Diese sollten nicht im Browser
gespeichert werden. Klären Sie Ihre Mit-
arbeiter über die Preisgabe von Informa-
tionen auf und zeigen Sie verschiedene
Freigabestufen. Natürlich kann man sei-
ne Mail-Adresse und Telefonnummer für
Geschäftskontakte freigeben, eine nor-
male Google-Suche sollte diese Daten
aber nicht ausspucken.
n
Schutz vor den bösen Drei
Filesharing, Social Networks, Online-Games, das sind die
Top-Drei der gesperrten Internet-Dienste in Unternehmen.
Doch ist ein Verbot wirklich der beste Schutz?
Von Christian Wirsig, Kaspersky Lab, Ingolstadt
Die Spielregeln für die Internet-Nutzung im Büro legen die Unternehmen fest. Dabei ist es in vielen Firmen
an der Tagesordnung, für den Betrieb nicht nötige Webdienste einfach zu sperren. Die Argumente da-
für sind vielfältig, meist wird mit Millionenverlusten argumentiert, die abgelenkte Mitarbeiter verursachen.
Nach den Ergebnissen einer weltweiten Umfrage von Kaspersky sind die am häufigsten gesperrten Dienste
Filesharing, soziale Netzwerke und Online Games. Doch sind Sperren allein immer die richtige Maßnahme?
Nein, ganz sicher nicht.
Christian Wirsig
Communications Manager
Mainzer Straße 43 b
Telefon 0 61 30/94 46 70
55271 Stadecken-Elsheim
Telefax 0 61 30/94 46 72
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